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Beckerath - Orgel St. Wolfgang




 
Das bis heute erhaltene Renaissance-Gehäuse der St. Wolfganger Orgel trägt die Jahreszahl 1629, der Erbauer dieses Werkes ist jedoch nicht bekannt. 1693 erhielt Christoph Egedacher den Auftrag, die Orgel zu transferieren und in "cornetton" zu stimmen, wobei nicht klar ist, ob es sich dabei um die große oder die kleine Orgel handelte.
Bis zum Jahr 1895 liegen keine weiteren Berichte vor. In diesem Jahr baute Johann Lachmayer in das Renaissance-Gehäuse eine neue mechanische Kegelladenorgel mit 15 Stimmen und 5 Auszügen. Dabei wurde das Gehäuse so verändert, dass das ursprüngliche Bild von 1629 zerstört wurde. Ein barockes Positivgehäuse (vermutlich Egedacher) wurde als Attrappe auf das Renaissance-Gehäuse gestellt.

Ende 1976 gab es erste Überlegungen, in das historische Gehäuse ein neues Instrument nach den Grundsätzen klassischer Orgelbaukunst einzubauen. Den Auftrag für diesen Orgelneubau erhielt die Hamburger Firma Beckerath, die Fertigstellung erfolgte 1980. Das Positivgehäuse wurde dabei in die Emporenbrüstung als Rückpositiv eingabut. Das Klangkonzept lehnt sich an den norddeutschen Barockstil an, soll aber auch die Wiedergabe später entstandenen Repertoires ermöglichen.
2005 wurde die Betreuung der Orgel von der Schweizer Firma "Orgelbau Felsberg AG" übernommen, welche eine sehr schöne Orgel vorfand, die sich noch heute durchaus behaupten kann. Der Prinzipalchor im Hauptwerk schien jedoch ein wenig zu hart und zu explosiv in der Ansprache zu sein. Es wurde daher vorgeschlagen, die Prinzipale so umzuintonieren, dass sie grundtöniger und milder in der Ansprache werden. Diese Arbeiten wurden 2006 von Jean-Marie Tricoteaux ausgeführt. Im Zuge dessen wurde die ganze Orgel nach der Temperierung von Frank-Harald Gress neu gestimmt.
 

Disposition (1980)




Hauptwerk: C - g''' Rückpositiv: C - g''' Pedal: C - f'
Bourdon 16' Gedackt 8' Subbass 16'
Prinzipal 8' Prinzipal 4' Prinzipal 8'
Spitzgamba 8' Rohrflöte 4' Gedackt 8'
Gedackt 8' Nasard 2 2/3' Oktave 4'
Oktave 4' Waldflöte 2' Spitzflöte 4'
Blockflöte 4' Terz 1 3/5' (ab 1988 Mixtur 5fach 2')
Quinte 2 2/3' Oktave 1' Nachthorn 2'
Superoktave 2' Scharf 4fach 2/3' (ab 1988 Trompete 8')
Mixtur 5fach 1 1/3' Dulzian 16' Fagott 16'
Zimbel 3fach 1/3' Krummhorn 8'  
Trompete 8' Tremulant  

Normalkoppeln: Rp/Hw, Hw/Ped, Rp/Ped  
Stimmungsmodus: Gress